Schützenverein Frisch Drauf Delmenhorst

von 1889 e.V.


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Am 11. November 1889 wurde unter dem Namen 1. Bolzenschützenverein Frisch Drauf Delmenhorst unser Verein gegründet. Es war der zweite Schützenverein in Delmenhorst.

Es hatten sich mehrere Arbeitskollegen aus den hiesigen Betrieben und Werkstätten mit dem Interesse "Schießens zusammen gefunden, die dann die Gründung des Vereins in die Wege leiteten. Ihre erste Aufgabe bestand darin, ein Gewehr anzuschaffen und Geld als Grundstock in die Vereinskasse zu bekommen. Das war zu der damaligen Zeit keine leichte Aufgabe, da der Verein aus Arbeitern bestand, die natürlich auch kein großes Auskommen hatten. Was lag also nahe: Das erste Gewehr wurde auf Ratenzahlung gekauft. Weiterhin wurde monatlich ein kleiner Betrag in die Vereinskasse bezahlt womit der Verein ein kleines Kapital schaffen konnte. Jeden Monat wurde eine Mitgliederversammlung mit anschließendem Schießen und alle 14 Tage ein übungsschießen veranstaltet.

Mit der Gründung des Vereins hatte sich aus der Sicht der damaligen Zeit eine Marktlücke offenbart. Mit der Zeit wuchs die Mitgliederzahl schnell an und es musste ein zweites Gewehr angeschafft werden. Dieses wurde mittels einer Sammelbüchse finanziert, in die jeder Schütze min Scherflein warf. Auch fanden dann schon die ersten Preisschießen statt. Und die Beteiligung war sehr gut, denn jeder wollte gerne mit einem Preis als guter Schütze ausgezeichnet werden.

Die Idee mit dem Schützenverein erwies sich als so gut, dass immer mehr Männer Gefallen daran fanden und dem Verein beitraten. Das erste Schützenfest nahte auf dem nach alter Tradition ein König ausgeschossen werden sollte, sowie ein Preisschießen. Dafür war es notwendig das dann schon ein drittes Gewehr angeschafft werden musste.

Es wurde zum ersten Mal auf eine Königsscheibe gezielt um den König zu ermitteln. Beim Preisschießen erhielt damals noch jeder Schütze entsprechend seiner Leistung einen Preis.

Dann im Jahre 1903 hatte sich der Verein bereits so gut entwickelt das die erste Vereinsfahne angeschafft werden konnte. Zuversicht und Verbundenheit mit der neuen Vereinsfahne hatten zur Folge, das sich eine immer engere Kameradschaft und Festigkeit des Vereins entwickelte. Es verging Jahr um Jahr, in dem einige Schützen so fleißig trainierten, das dort schon Höchstleistungen erbracht wurden.

Doch leider sollte es nicht so bleiben. Das Jahr 1914, eigentlich ein Festjahr, brachte viel Trauer mit sich. Im Juli 1914 entbrannte der 1. Weltkrieg. Trotz alledem wurde noch eine würdige Jubiläumsfeier abgehalten. Viele Mitglieder wurden eingezogen .Einige Mitglieder konnten während des Krieges dank ihres unermüdlichen Einsatzes den Verein aufrechterhalten. Sie hielten stets den Kontakt zu den im Felde stehen Schützenbrüdern. Der Verein machte Spenden für die Kriegshilfe und an das Rote Kreuz. Doch leider musste auch der Verlust von drei Schützenbrüdern hingenommen werden.

Nach Beendigung des I. Weltkrieges ging es in den folgenden Jahren Ohr den Verein wieder stetig voran. Der Verein blühte auf und konnte sich ein finanzielles Polster anlegen. Es schien alles gut, aber leider nur für kurze Zeit. Die bereits mit Kriegsbeginn herrschende Inflation entwickelte sich immer stärke und machte das sorgsam gehütete Kapital des Vereins völlig zunichte. Es schien so, als bedeutete dies das "Aus" für den Verein. Doch schon damals gab es Kämpfer im Verein. Diesen Männern haben wir es zu verdanken, die mit viel Fleiß und Sorgfalt es schafften, den Verein am Leben zu erhalten und wir unser 125-jähriges Jubiläum feiern können.

In den nächsten Jahren ging es wieder aufwärts, Schritt für Schritt. Der Verein konnte sich einige Anschaffungen erlauben und es wurde jedes Jahr unter großem Zuspruch ein Vogelschießen abgehalten. Und doch schien das Glück den Verein wieder zu verlassen. Viele Mitglieder geiteten in die Arbeitslosigkeit wodurch der Verein einen herben Rückschlag erleide musste. Und wieder waren es die Mitglieder die noch eine Arbeit hatten, welche den Verein finanziell hochhielten.

Im Jahre 1933 übernahmen die Nationalsozialisten die Macht und es ging dem Verein besser als je zuvor. Die Bolzen wurden abgeschafft und der Verein wurde umbenannt in "Schützenverein Frisch Drauf".

Der Verein ging zum Kleinkaliberschießen über und trat dem Deutschen Schützenbund bei. Es stellten sich aber wieder Hindernisse ein, denn wir hatten keinen geeigneten Schießstand. Geschossen wurde auf dem Schießstand an der Hasberger Strasse den uns die NWK zur Verfügung stellte. Da dieser nicht den Vorschriften des Deutschen Schützenbundes entsprach, mussten wir nach einer anderen Lösung suchen. Bereitwillig stellte die damalige Reichsbahn ihren Stand zur Verfügung. Doch das war nicht das Ziel. Der damalige 1. Vorsitzende Adolf Dannemann setzte sich mit dem SV Tell in Bungerhof in Verbindung und beide Vereine beschlossen zusammen den Bau eines KK-Standes auf dem Vereinsgelände des SV Teil. Im Frühjahr 1935 übernahm der damalige Vorsitzende Hans Kurzawa die Bauleitung. Die Unterstützung der Mitglieder ließ den Schießstand schnell entstehen. Jetzt stand der Verein in der Blüte aller Jahre.

Unzählige Siege wurden errungen und auch das Vereinsleben wurde voll ausgelebt. Im Jahre 1939 konnte das 50- Jährige Jubiläum gefeiert werden. Nichts konnte den Verein jetzt mehr aufhalten in seinem Wachstum und Fortschritt.

Doch es kam wieder einmal anders. Der zweite Weltkrieg entbrannte und viele unserer Schützenbrüder mussten das Vaterland verteidigen. Viele von ihnen gingen, aber nur wenige kehrten zurück. Es schien das Ende des Vereins zu sein. Im Jahre 1940 wurde letztmalig ein König ausgeschossen. Es folgte die Herausgabe der 18- KK-Gewehre, der Königskette, sämtliches Zubehör und aller Vereinsunterlagen an die Besatzungsmacht. Zurück blieben nur die Fahne und die Liebe zum Sport. Doch es .11te noch schlimmer kommen: Der Schießstand wurde gesprengt und der Schützenverein verboten. Jetzt war es endgültig aus.

Als im Jahre 1949 seitens der Besatzungsmacht erste Lockerungen der Verbote spürbar wurden, machten es sich die überlebenden Schützenbrüder unter der Leitung des letzten Vorsitzenden Hans Kurzawa zur Aufgab, den Verein neu ni gründen und den Schießspott wieder auszuüben Da der KK Stand zerstört war, mussten die Mitglieder sich mit dem Luftgewehrschießen begnügen.
Angefangen wurde mit zwei Luftgewehren und viel Zuversicht auf eine neue Zukunft. Nach zwei Jahren übernahm Richard Klose die Leitung des Vereins. Beide versuch. das Beste, aber es wollte nicht aufwärts gehen. Es fehlte an Geld und die beiden Gewehre waren bald reparaturbedürftig. Im Jahre 1955 wurde Richard Klo. von Magnus Ahrens abgelöst wurde, der bis zum Jahre 1965 erster Vorsitzender des Vereins war.

Der Wachstum des Vereins erforderte, das wir uns nach einem neuen Vereinslokal umsehen mussten. Nach vielen Bemühungen fanden wir im Juni 1955 ein geeignetes Lokal und zwar die Stadion-Gaststätte. Und wieder war die Hilfe der Mitglieder erforderlich um die neuen Schießstände zu erstellen. Doch wie sollte es anders sein, in kürzester Zeit war die Arbeit erledigt. Die Zahl der Mitglieder wuchs und es konnte bald eine Jugendabteilung gebildet werden. Die Vereinslage war gut und dank des guten Kassenbestandes konnten auch neue Gewehre angeschafft werden. Die Stadt Delmenhorst überließ um gegen eine Miete den Parkplatz bei der Gaststätte. Wir konnten dort ein Tanzzelt aufbauen und Schausteller heranziehen, die das Schützenfest somit zu einem großen Volksfest in Düstemort werden ließen.

Zu unserem 70-Jährigen Bestehen im Jahre 1959 wurde der Neubau des Saals der Gaststätte, der gleichzeitig uns als Schießhalle diente, fertig gestellt Die Einweihung der neuen Halle wurde durch den damaligen Präsidenten des NWDSB Hermann Franke vorgenommen. Jetzt verfügte der Verein über 10 Luftgewehrstände und war somit auch in der Lage Kreismeisterschaften in Luftgewehr und Luftpistole durchzuführen.

Im Jahr 1965 übernahm dann Karl Meinlschmidt die Führung des Vereins. Den nächsten Höhepunkt erlebte der Verein im Jahr 1969 zum 80-Jährigen Bestehen. Es wurde eine neue Fahne angeschafft und durch Otto Lembcke unter Assistenz der I. Fahne von 1903 und der ältesten Fahne des Schützenvereins Delmenhorst 1847 feierlich geweiht. Als Symbol an eine große Vergangenheit und einer verpflichtenden Zukunft wurde als Motto

"sich regen bringt Segen"

auf die Fahne geschrieben. Diese vier Worte sind bis heute immer noch sehr wichtig und bedeutsam für unseren Verein. Im Jahre 1970 übenahm der bis dahin langjährige Jugendsportleiter Kurt Klein den Vorsitz. Er übergab min Amt dann im Jahre 1977 an Walter Hielscher. Juni 1977 traf es den Schützenverein dann mal wieder mit aller Macht. Uns wurde aus privaten Gründen der Schießstand gekündigt Dank Walter Hielscher konnte eine übergangslösung gefunden werden in der Gaststätte Niedersachsenhof. Auf dem dortigen Schießstand konnte der Verein weiterhin trainieren. Zum Jahresende 1977 fanden wir eine neue Unterkunft. Bei Willehad und Hanna Wedekind in der Gaststätte Harmonie konnten wir mal wieder neu beginnen. Mit deren Erlaubnis durften wir den Tanzsaal als Schießstand benutzen. Es war wie immer mit sehr viel Arbeit verbunden, bis wir alles so hergerichtet hatten, das es unseren Vorstellungen und unseren Zwecken entsprach. Aber es entsprach unserem Motto: "sich regen bringt Segen". Jetzt konnten wir wieder in eine sorgenfreie Zukunft blicken.

Am 3. Februar 1989 übernimmt Klaus Klein das Amt des 1. Vorsitzenden von Walter Hielscher. Da er bereits seit Jahren als 2. Vorsitzender wesentlich an der Vereinsführung beteiligt war, ist es für ihn nicht weiter schwierig, das Ereignis des Jahres 1989 vorzubereiten. Unser 100.jähriges Jubiläum. Unter der Anwesenheit vieler Gäste wird es zu einem grollen und schönem Fest.

Doch kurz darauf mussten wir erfahren, dass unser langjähriger Vereinswirt Willehad aus Altersgründen seine Gaststätte aufgeben möchte. Da eine Nachfolge noch nicht geklärt war, stand auch unsere Zukunft mal wieder in Frage.

Getreu unserem Motto machten sich Klaus Klein und Dieter Schmidt auf die Suche nach einer neuen Unterkunft des Vereins. Da unser Verein schon all die Jahre sein Schützenfest auf dem Stadionparkplatz abhielt, war es naheliegend, wieder in diese Gegend zurückzukehren. Durch Zufall erfuhren wir, dass in der Stadion-Gaststätte die Kegelbahn wegen Nässe geschlossen wurde. Am 8. Juni 1990 unterschrieb Klaus Klein den Nutzungsvertrag für die Kegelbahn der Stadion-Gaststätte mit dem damaligen Eigentümer Albert Goldenstadt.

Jetzt musste aus den Räumlichkeiten der Kegelbahn eine geeignete Sportstätte geschaffen werden. Unter Anleitung von Klaus Klein und Dieter Schmidt machen sich die Mitglieder an die Arbeit. Es war sehr viel Arbeit erforderlich und im Sommer 1991 konnten dann zum ersten Mal die neuen Schießstände ausprobiert werden. Hier möchte ich die Gelegenheit nutzen und nochmals Klaus Klein und Dieter Schmidt für die geleistete Arbeit im Namen aller Mitglieder unseren herzlichsten Dank aussprechen. Ohne ihren großen Einsatz und Optimismus, ohne ihr ständiges Antreiben der Mitglieder würde es den Verein heute vielleicht nicht mehr geben.

Wenn wir aber dachten, jetzt haben wir es geschallt und können uns unfeine bessere und ruhige Zeit freuen, wurden wir jedoch schon bald wieder eines Besseren belehrt. Wir hatten ein akutes Wasserproblem, was wir eigentlich bis heute nicht wirklich abschaffen konnten. Doch dank unserer arbeitenden Mitglieder können wir es einigermaßen in Grenzen halten.

Im Jahre 1995 feierte die Damenabteilung im Rahmen eines Festaktes ihr 25 jähriges Bestehen. Ebenfalls im Jahr 1995 übergibt Klaus Klein sein Amt als 1. Vorsitzender an Bernd Hielscher der diesen bis zum Jahr 2004 innehatte.

Die nachfolgenden Jahre vergehen mit Arbeit, Spaß am Schießen und einem intakten Vereinsleben. Doch jeder weiß, die Zeiten für Schürzenvereine sind schwierig, denn das Freizeitangebot ist sehr groß und die Schützenvereine stehen nun mal nicht auf Platz 1 der Vereinszugehörigkeit.

Die Schützendamen haben sich im Jahr 1998 dafür entschieden, eine eigene Königin auszuschießen und den entsprechenden Antrag gestellt. Dieses wurde auf der Jahreshauptversammlung von den Mitgliedern genehmigt und seitdem auch so gehandhabt.
Es war auch zugleich der Startschuss der Damen , sich immer mehr im Verein mit einzubringen. Bis dahin war es undenkbar gewesen, dass z.B. Frauen als Fahnenbegleitung fungierten.

Am 17.9.2001 wurde dann ein neuer Nutzungsvertrag mit einer Laufzeit von 30 Jahren unterzeichnet.

Im Laufe der letzten Jahre haben sich viele änderungen im Verein ergeben. Zuerst mussten wir den Festplatz aufgeben, da es immer schwieriger wurde Schausteller dafür zu bekommen.
Zugleich wurde damit auch die Art der Gestaltung verändert. Wurde zuvor noch am Samstag, Sonntag und Montag jeweils ein Festball abgehalten, fand dann nur noch am Samstag und Montag der Ball statt. Als dann der Betreiber der Gaststätte wechselte und der Saal anderweitig vermietet wurde, mussten wir wieder umstellen. Zum Glück bot uns die Schützenbrüderschaft die Nutzung ihrer Räumlichkeiten an. Erstmals im November 2003 haben wir unseren Königsball dort abgehalten. Da es das erste Mal für uns war, alles in Eigenregie machen, haben wir den Mitgliedern wieder einiges an Arbeit abgefordert. Doch es wurde ein großer Erfolg und bis heute arbeiten wir immer noch daran es zu verbessern.

Seit dem Jahr 2004 ermitteln wir unser Königshaus, im Gegensatz der anderen Vereine, erst zum Königsball im November. Es war zuerst recht ungewohnt, aber wir haben den Schritt nicht bereut. Es ist immer noch für jeden Schützen ein großes Erlebnis einmal die Königswürde zu erreichen.

In unserem Verein ist manches anders, als in den anderen Vereinen. Nach einem jahrelangen Tief, was die Mitgliederentwicklung betrifft, haben wir in den letzten Jahren wieder einen Aufwärtstrend erfahren dürfen. Für uns ist es sehr wichtig ist, das sich unser Verein in den letzten Jahren altersmäßig verjüngt hat Für die Zukunft wünschen wir uns aber, das wir noch mehr Zuwachs im Bereich der Jugend erhalten. Wir arbeiten daran.

Wir versuchen an allen schießsportlichen Ereignissen mehr oder weniger erfolgreich teilzunehmen. An den wöchentlichen Trainingsabenden ist unser Schießstand immer gut besucht. Von Jung und Alt. Wichtig ist uns aber auch die Tradition und ich glaube, diese wird von uns auch sehr gepflegt und gelebt.

Unser Verein hat in seiner 125 jährigen Geschichte viele Höhen und Tiefen erlebt und so manche Niederlage einstecken müssen, aber immer konnte der Vorstand sich auf seine Mitglieder verlassen und somit auf den Fortbestand des Vereines bauen. Getreu dem Motto "Sich regen - bringe Segen" und "Stillstand ist der Anfang vom Rückschritt" erhoffen wir uns noch viele weitere erfolgreiche und harmonische Jahre für unseren Verein.


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